Studie zeigt zunehmende Akzeptanz höherer Kosten für nachhaltige Verpackungen bei Verbrauchern

Nachrichten, Sustainability | By: AkvaProfit Team
Veröffentlichungsdatum: August 20, 2026

Eine aktuelle Studie von Simon-Kucher & Partners zeigt eine steigende Zahlungsbereitschaft der Verbraucher für nachhaltige Verpackungen; drei von fünf Verbrauchern in Deutschland sind bereit, einen Aufpreis für umweltfreundliche Lösungen zu akzeptieren. Dies entspricht einem Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und unterstreicht einen Trend zu gesteigertem Umweltbewusstsein, insbesondere bei jüngeren Konsumenten.

Die Studie mit dem Titel „Sustainable Product Packaging“ zeigt, dass zwar 60 % der Verbraucher höhere Preise für nachhaltige Verpackungen akzeptieren, ihre Zahlungsbereitschaft jedoch begrenzt ist. Konkret würden 30 % der Befragten höchstens 5 % Aufpreis auf den Gesamtproduktpreis zahlen. Dr. Daniel Bornemann, Senior Partner bei Simon-Kucher, weist darauf hin, dass Hersteller diese begrenzte Zahlungsbereitschaft nicht als Hindernis sehen sollten, da nachhaltige Verpackungen den Gesamtwert des Produkts steigern können, ohne die Kosten erheblich zu erhöhen.

Die Generationsunterschiede sind auffällig: 83 % der Verbraucher unter 25 Jahren sind bereit, mehr zu zahlen, verglichen mit nur 51 % der über 54-Jährigen. Diese 12-Prozentpunkte-Lücke seit 2025 erschwert laut Mark-Daniel Rentschler, Senior Director bei Simon-Kucher, die Markenkommunikation und Preisstrategien der Hersteller.

Zu den Faktoren, die die Kaufentscheidungen der Verbraucher beeinflussen, gehören möglichst geringer Materialeinsatz (49 %) und klare Recyclinganweisungen, während offizielle Umweltkennzeichnungen weniger Einfluss haben (26 %). Auffällig ist, dass 12 % der Verbraucher Schwierigkeiten haben, nachhaltige Verpackungen zu identifizieren, was einen Bedarf an klarerer Kommunikation aufzeigt.

Verbraucher befürworten generell politische Maßnahmen gegen Verpackungsabfälle und bevorzugen gezielte Eingriffe. Die höchsten Zustimmungswerte gab es für Verbote bestimmter Einwegverpackungen (37 %) und Vorgaben zur Reduzierung von Hohlraum (35 %), während die Ausweitung von Pfandsystemen geringere Zustimmung erhielt (25 %). Stephanie Sparber, Senior Director bei Simon-Kucher, betont die Bedeutung, regulatorische Anforderungen in verbraucherfreundliche Lösungen zu übersetzen.

Trotz Inflation und geopolitischer Spannungen halten 71 % der Verbraucher Nachhaltigkeit weiterhin für eine Priorität. Bornemann schlussfolgert, dass Hersteller den Mehrwert nachhaltiger Verpackungen effektiv kommunizieren müssen, um unentschlossene Verbraucher zu erreichen.

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