Das „HolyGrail“-Projekt treibt das Recycling von Snackverpackungen zu lebensmitteltauglichen Materialien voran
Die Initiative „HolyGrail 2030“, die von großen Unternehmen wie PepsiCo, Ferrero und Mondelēz International unterstützt wird, soll das Recycling von Snackverpackungen aus Polypropylen zu neuen Lebensmittelverpackungen verbessern. Ziel dieses Projekts ist es, mithilfe digitaler Wasserzeichen und fortschrittlicher Recyclingtechnologien die Eignung von recyceltem Polypropylen in Lebensmittelqualität aus flexiblen Verpackungen nachzuweisen.
Aktuelle Recyclingsysteme haben Schwierigkeiten, zwischen flexiblen Lebensmittel- und Nicht-Lebensmittelverpackungen zu unterscheiden, was die Wiederaufbereitung von recycelten Materialien für Anwendungen in Lebensmittelqualität erschwert. Trotz Fortschritten bei Sortiertechnologien wie Robotern und Infrarotkameras werden viele Verpackungen immer noch falsch klassifiziert, was die Notwendigkeit verbesserter Sortierkapazitäten deutlich macht.
Das Projekt „HolyGrail“ zielt darauf ab, einen neuen Materialfluss zu schaffen, der im Einklang mit der Verpackungsverordnung steht. Diese schreibt vor, dass Lebensmittelverpackungen bis 2030 mindestens 10 % recyceltes Material enthalten müssen – eine Herausforderung, die insbesondere für flexibles Polypropylen relevant ist.
Das von AIM, der European Brands Association, koordinierte Projekt umfasst außerdem Partner wie Pladis, Hündgen Entsorgung, Digimarc, Pellenc ST und Fost Plus. Derzeit werden flexible Polypropylen-Verpackungen mit digitalen Wasserzeichen bedruckt und in Belgien in Umlauf gebracht. Nach der Sammlung werden die Verpackungen in der Anlage von Hündgen Entsorgung in Deutschland Sortierversuchen unterzogen, bei denen spezielle Kameras die digitalen Wasserzeichen erkennen, um Lebensmittelverpackungen von Nicht-Lebensmittelverpackungen zu trennen.
Ab dem vierten Quartal 2026 wird der Polypropylen-Strom aus dem Lebensmittelbereich mit verschiedenen fortschrittlichen Recyclingtechnologien getestet, mit dem Ziel, bis Anfang 2027 neue Folien herzustellen, die für bestehende Verpackungsanwendungen geeignet sind. Diese Rezyklate werden zudem auf die Einhaltung der europäischen Leitlinien zur Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft.
Die Ergebnisse dieser Initiative werden im Abschlussbericht „HolyGrail 2030“ zusammengefasst, der voraussichtlich im nächsten Jahr erscheinen wird und Einblicke in die Sortiereffizienz, die Eignung der Rezyklate sowie die wirtschaftliche Machbarkeit liefern wird. Fost Plus plant, im Jahr 2029 eine Bewertung vorzunehmen und eine Entscheidung über die Umsetzung zu treffen.
Belgien wird das erste Land sein, das einen groß angelegten Feldversuch mit dieser Technologie durchführt, um deren Wirksamkeit unter realen Bedingungen zu bewerten, unter denen Verpackungen gefaltet, verschmutzt oder beschädigt sein können. Bei den Diskussionen unter Branchenführern im vergangenen Jahr wurde der Erfolg früherer Sortierversuche hervorgehoben, bei denen eine Erkennungsrate von über 90 % erreicht wurde.
Darüber hinaus hat der „Flexible Plastic Fund“ in Großbritannien die Initiative „FlexCircular“ ins Leben gerufen, deren Ziel es ist, bis 2030 bis zu 400.000 Tonnen flexible Post-Consumer-Verpackungen zu recyceln, was das Engagement der Branche für Nachhaltigkeit weiter unterstreicht.
