Alternative Fasern: Ein nachhaltiger Wandel in der Verpackungsbranche

Nachrichten, Sustainability | By: AkvaProfit Team
Veröffentlichungsdatum: Juni 24, 2026

Angesichts der stark steigenden Nachfrage nach Verpackungen auf Faserbasis ist die Branche aufgefordert, ihre Abhängigkeit von Frischzellstoff zu überdenken. Ramona Shellard, Vertriebsleiterin bei WEPA Professional UK, hebt das Potenzial alternativer und recycelter Fasern für eine nachhaltigere Gestaltung von Verpackungen hervor.

Der britische Markt für Papierverpackungen wird bis 2030 voraussichtlich um 6,5 % wachsen, angetrieben durch die Abkehr der Unternehmen von Kunststoff und ihr Engagement für Nachhaltigkeit. Diese steigende Nachfrage erhöht jedoch den Druck auf die Rohstoffe, insbesondere auf Frischzellstoff aus Wäldern, der aufgrund seiner Umweltauswirkungen zunehmend in die Kritik gerät.

Die Produktion von Frischzellstoff trägt erheblich zur Entwaldung und zum Verlust der Artenvielfalt bei und macht 13–15 % des weltweiten Gesamtverbrauchs an Holz aus. Zudem ist die Verarbeitung von Frischzellstoff ressourcenintensiv und erfordert erhebliche Mengen an Wasser und Energie, was die CO₂-Emissionen erhöht und die Ökosysteme belastet.

Als Reaktion auf diese Herausforderungen suchen Unternehmen nach alternativen Faserquellen. Innovationen im Bereich Hygienepapier, bei denen recycelte Rohstoffe wie alte Wellpappverpackungen (OCC) und holzfreie Frischfasern zum Einsatz kommen, veranschaulichen, wie alternative Materialien eine umweltfreundlichere Produktion unterstützen können. So fördert beispielsweise die OCC-Verwertung ein Kreislaufsystem, verlängert den Lebenszyklus von Verpackungsmaterialien und reduziert Abfall.

Neufasern aus Nicht-Holz-Rohstoffen, wie beispielsweise Miscanthusgras, bieten eine nachwachsende Alternative, die auf Marginalflächen mit minimalem Aufwand angebaut werden kann und so den Druck auf die Wälder verringert. Diese Fasern können zudem näher an den Endmärkten angebaut werden, was potenziell die Lieferketten verkürzt und die Transportemissionen senkt.

Trotz der vielversprechenden Innovationen bleibt die großflächige Einführung alternativer Fasern komplex. Die Verpackungsindustrie ist nach wie vor weitgehend auf Systeme mit Frischzellstoff ausgerichtet, und die Infrastruktur für die Sammlung und Verwertung alternativer Fasern befindet sich noch im Aufbau. Dies stellt Unternehmen vor Herausforderungen, die neue Faserlösungen integrieren und gleichzeitig eine gleichbleibende Verpackungsqualität gewährleisten wollen.

Dennoch treibt die Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungen den Wandel voran. Ungebleichte braune Verpackungen gewinnen im Einzelhandel und im E-Commerce an Bedeutung, da Verbraucher sie zunehmend als Symbol für Nachhaltigkeit und nicht als Qualitätskompromiss wahrnehmen.

Der Weg in die Zukunft erfordert ein Umdenken bei der Faserbeschaffung im Hinblick auf eine zirkuläre Verpackungszukunft. Durch den Einsatz alternativer und recycelter Fasern kann die Verpackungsindustrie ihre Abhängigkeit von Frischzellstoff verringern und so eine nachhaltigere und zirkuläre Wirtschaft fördern. Die Herausforderung besteht nun darin, wie schnell sich die Lieferketten anpassen können, um diese umweltfreundlicheren Materialien in großem Maßstab zu integrieren.

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