Verpackungsstrategieplanung 2026: Checkliste für Konservenmarken

Veröffentlichungsdatum: März 31, 2026

Im Jahr 2026 müssen EU-Konservenmarken ihre Verpackungskonzepte grundlegend überarbeiten, um den ehrgeizigen regulatorischen und marktbezogenen Anforderungen gerecht zu werden. Die neue EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) tritt am 12. August 2026 in Kraft[11] und schreibt strenge Vorschriften hinsichtlich Design, Recyclingfähigkeit und Kennzeichnung vor. Gleichzeitig erfordern die Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ab 2026 eine detaillierte Berichterstattung über Verpackungsdaten, und die EU hat BPA in Dosenbeschichtungen bis Juli 2026 verboten[29]. Unterdessen bevorzugen Verbraucher und Einzelhändler recycelbare Metalldosen, und der europäische Markt für Konserven ist beträchtlich – rund 8,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024[27] und stetig wachsend. Für Eigentümer, Vermarkter und Beschaffungsteams muss die Planung der Verpackungsstrategie für 2026 ein Gleichgewicht zwischen Kosteneffizienz und Compliance herstellen. Dieser Leitfaden bietet einen umfassenden Überblick über das regulatorische Umfeld, wichtige Auswahlkriterien für Materialien und Lieferanten sowie einen Umsetzungsfahrplan (einschließlich der Einführung von GS1-2D-Barcodes), um sicherzustellen, dass Ihre Konservenverpackungen bis 2026 bereit sind.

Zusammenfassung: EU-Konservenhersteller stehen bis 2026 vor umfassenden Verpackungsänderungen (neue PPWR, EPR-Daten und BPA-Verbote). Zu den wichtigsten Anliegen gehören die Gewährleistung der Recyclingfähigkeit, die Beschaffung von BPA-/PFAS-freien Dosenbeschichtungen, die Registrierung für EPR und die Vorbereitung digitaler Etiketten (GS1-2D-Codes) zur Rückverfolgbarkeit. Wir fassen die Kriterien für die Auswahl konformer Dosenlieferanten und -materialien (Kosten, Design, Recyclingfähigkeit, Dokumentation) zusammen und stellen einen schrittweisen Fahrplan zur Einhaltung der Vorschriften vor. Durch Befolgen der unten stehenden Aktionscheckliste können Marken ihre Verpackungsstrategie an EU-Recht und Markttrends anpassen.

Markt- und Regulierungsüberblick

Der europäische Markt für Metallverpackungen ist groß und wächst. So belief sich der Umsatz der europäischen Metallverpackungsindustrie (alle Arten von Metallbehältern) im Jahr 2025 auf rund 41 Milliarden US-Dollar[28], und Metalldosen (Lebensmittel und Getränke) profitieren von der steigenden Nachfrage nach Fertiggerichten und Nachhaltigkeit. Der europäische Markt für Lebensmittelkonserven belief sich im Jahr 2024 auf etwa 8,7 Milliarden US-Dollar[27] und wird voraussichtlich stetig wachsen. Metallkonserven zeichnen sich durch eine hohe Nachhaltigkeit aus: Von allen Verpackungsarten weist Metall in Europa die höchsten Recyclingquoten auf[21]. Im Jahr 2022 wurden in Europa ca. 80,5 % der Stahlverpackungen[5] und im Jahr 2023 etwa 76 % der Aluminiumgetränkedosen[4] recycelt (Daten zu Getränkedosen, die für ähnliche Formate relevant sind). Diese hohen Recyclingquoten verschaffen Metalldosen einen Vorteil im Hinblick auf die „Kreislaufwirtschaft“[21][12].

Marken für Konservenprodukte verwenden in der Regel Stahl- oder (seltener) Aluminiumdosen. Stahldosen sind robust und weitgehend recycelbar; Aluminiumdosen sind leichter und ebenfalls recycelbar, kosten jedoch oft mehr. In der Praxis erzielen beide Materialien in der EU hervorragende Recyclingquoten (Stahl ~80 %, Aluminium ~75 %)[5][4], was sie für umweltfreundliche Verpackungen attraktiv macht. Tabelle 1 (unten) vergleicht Stahl und Aluminium für Lebensmitteldosen hinsichtlich wichtiger Eigenschaften:

Material Stärken Überlegungen Recyclingquote (EU)
Stahl Geringere Materialkosten, sehr hohe Barriere gegen Licht/Sauerstoff, etablierte Verwendung in Lebensmittelkonserven[26]. Weist die höchste Recyclingquote in der EU auf (Rekordwert von 80,5 % im Jahr 2022)[5]. Schwerer (höhere Transportkosten), erfordert möglicherweise eine Passivierung (neue chromfreie Beschichtungen verfügbar)[25]. Das Gewicht kann die EPR-Gebühren erhöhen. ~80 %[5]
Aluminium Geringeres Gewicht (spart Transportkosten), leicht formbar, hohe Korrosionsbeständigkeit. Wird häufig für Getränkedosen und einige Lebensmittel verwendet. Im Allgemeinen höhere Rohstoffkosten als bei Stahl, dünne Wände können verbeulen. Nach wie vor Mainstream. ~76 %[4]

Quellen: Branchendaten und Berichte zur Recyclingfähigkeit[5][4]. Beide Metalle sind „unendlich oft recycelbar“, sodass die Materialwahl eher von Kosten und Funktionalität (z. B. Dosengröße, Form) als von Überlegungen zur Recyclingfähigkeit geleitet werden kann.

Regulatorische Faktoren. Die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR, Verordnung 2025/40) hat bei der Planung für 2026 oberste Priorität[11][6]. Sie ersetzt die alte Richtlinie und gilt ab dem 12. August 2026 einheitlich in der gesamten EU[11][6]. Zu den wichtigsten Bestimmungen der PPWR, die für Konserven relevant sind, gehören:
Design und Volumenminimierung: Alle Verpackungen müssen so gestaltet sein, dass Gewicht und Volumen minimiert werden, ohne die Funktion zu beeinträchtigen[10]. Marketingbedingte Überdimensionierung (Doppelwände, doppelte Böden) ist verboten[10]. Bei Dosen und ihren Kartonverpackungen sollte ein Leerraumanteil von >50 % vermieden werden – beispielsweise durch die Verwendung der kleinsten erforderlichen E-Commerce-/Versandkartons[20].
Recyclingfähigkeit: Bis 2030 müssen Verpackungen einen Mindestgrad an Recyclingfähigkeit erfüllen (≥70 % Recyclingfähigkeit, Klasse C, steigend auf ≥80 % bis 2038)[12]. Metalldosen übertreffen diese Ziele bereits. Marken sollten dennoch dokumentieren, dass ihre Dosen die Recyclingstandards erfüllen (Materialien, Beschichtungen und Druckfarben sind trennbar und recycelbar).
Stoffbeschränkungen: Bestimmte gefährliche Stoffe sind verboten. Insbesondere sind Bisphenole (wie BPA) in Lacken und Beschichtungen mit Lebensmittelkontakt ab dem 20. Juli 2026 verboten[7], mit begrenzten Ausnahmen (für Beschichtungen auf der Außenseite von Dosen bis Januar 2028 verlängert). Hersteller von Konserven müssen sicherstellen, dass Dosenauskleidungen und Beschichtungen den Anforderungen entsprechen (BPA-freie Alternativen, wie in der EU-Verordnung 2024/3190 dargelegt)[7]. Ebenso sind PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt ab August 2026 verboten[6][24], was gegebenenfalls fettdichte Einlagen oder Etiketten betrifft. (Die meisten Metalldosen enthalten keine PFAS, aber alle zugehörigen Kunststoff- oder Papierverpackungen sollten überprüft werden.)
Herstellerverantwortung und Daten: Ab August 2026 müssen sich alle „Hersteller“ von Verpackungen (einschließlich Importeure und Markeninhaber, die Waren verpacken) in nationalen Registern eintragen und die EPR-Verpflichtungen erfüllen[6][15]. Dies bedeutet die Zahlung von Gebühren zur Deckung der Sammlung/des Recyclings der Dosen und der zugehörigen Verpackungen. Entscheidend ist, dass Hersteller auch detaillierte Daten zu den in Verkehr gebrachten Verpackungen melden müssen: z. B. Mengenangaben nach Material und Format. Ein EU-Durchführungsrechtsakt (voraussichtlich im Februar 2026) wird die Datenschemata festlegen[15]. Unternehmen sollten sich bereits jetzt vorbereiten, indem sie Systeme einrichten, um das Gewicht und die Materialzusammensetzung aller Verpackungen (Dosen und zugehörige Etiketten, Kartons usw.) zu erfassen. Die nationalen Register werden harmonisiert, planen Sie daher eine Registrierung in jedem EU-Land, in dem Ihre Produkte verkauft werden[23].
Dokumentation: Hersteller von Verpackungen müssen technische Unterlagen sowie eine EU-Konformitätserklärung (DoC) erstellen und aufbewahren, in der die Einhaltung der PPWR-Anforderungen bestätigt wird[8]. Diese EU-Konformitätserklärung (analog zur CE-Kennzeichnung) sowie relevante Prüfungen/Daten müssen 5 Jahre lang aufbewahrt werden (10 Jahre bei wiederverwendbaren Verpackungen)[8]. Markeninhaber und Händler müssen nachweisen, dass sie solche Erklärungen von ihren Verpackungslieferanten erhalten haben. Integrieren Sie die Erstellung der Konformitätserklärung jetzt in Ihren Designprozess.

Durch die Berücksichtigung dieser Vorschriften machen Konservenmarken die Einhaltung von Vorschriften zu einer Chance. So verlangt die PPWR beispielsweise, dass alle Verpackungen von vornherein recyclingfähig gestaltet sind[22], was die Wahl von Metalldosen stärkt. Marken, die die Recyclingfähigkeit und den Recyclinganteil (in Kunststoffkragen oder Etiketten) dokumentieren und bekannt machen, können ihre Umweltbilanz verbessern. Kurz gesagt: Die Planung der Verpackungsstrategie für 2026 muss mit der Einhaltung der PPWR beginnen (siehe Abb. 1 für den Zeitplan) und dann Kosten- und Marktfaktoren einbeziehen.

Auswahlkriterien: Materialien, Design und Lieferanten

Berücksichtigen Sie bei der Überarbeitung von Verpackungen eine strukturierte Bewertung anhand folgender Kriterien:

  • Konformität & Ökodesign: Stellen Sie sicher, dass die Verpackung die PPWR-Richtlinien für „Design for Recycling“ erfüllt. Dosen sollten möglichst wenig Material verwenden (keine zusätzlichen Schichten)[10]. Wenn eine Lösung derzeit Kunststofffolie verwendet (z. B. Verschlüsse auf dem Deckel, Etiketten), stellen Sie sicher, dass diese leicht ablösbar ist. Vermeiden Sie Mehrstoff-Laminate auf Dosen, wenn diese das Recycling behindern. Alle Druckfarben oder Beschichtungen müssen EU-zugelassen sein (REACH-konform, keine verbotenen Stoffe). Wie oben erwähnt, sind BPA-freie Beschichtungen bis Mitte 2026 vorgeschrieben[7]; prüfen Sie daher die Übergangspläne der Beschichtungslieferanten. Verlangen Sie ebenfalls eine PFAS-freie Zertifizierung für alle Kunststoffkomponenten, auch wenn PFAS in Metalldosen unwahrscheinlich sind.
  • Lieferantendokumentation: Wählen Sie Lieferanten aus, die vollständige Konformitätsdaten bereitstellen. Dazu gehören eine unterzeichnete EU-Konformitätserklärung für die Verpackungskomponenten[8] sowie Material-Sicherheitsdokumente. Wenn ein Dosenlieferant beispielsweise Deckel mit einer Epoxidbeschichtung lackiert, sollte er den BPA-freien Status erklären. Ihr Etikettenlieferant muss Angaben zur Materialzusammensetzung und Recyclingfähigkeit (sowie den Nachweis, dass diese PFAS-frei sind) bereitstellen, damit Sie die EU-Aufzeichnungspflichten erfüllen können. Wenn ein Lieferant diese Zertifizierungen nicht vorlegen kann, riskieren Sie eine Produktverzögerung. (Wie ein Compliance-Leitfaden warnt: Ohne Konformitätserklärung „kann der Kunde … das Produkt rechtlich nicht verkaufen“.)[1]. Nehmen Sie diese Anforderungen in die Beschaffungsverträge auf.
  • Materialauswahl und Kosten: Vergleichen Sie Stahl- und Aluminiumdosen. Stahldosen sind pro Gewichtseinheit günstiger und haben eine lange Lebensdauer (starke Barriere), sind aber schwerer (höhere Transport-/EPR-Kosten). Aluminiumdosen sind leicht und korrosionsbeständig, kosten aber pro Einheit mehr. Siehe Tabelle 1. Beide Materialien sind in hohem Maße recycelbar[21][5], was im Einklang mit PPWR steht. Berücksichtigen Sie die Gesamtkosten: Beziehen Sie die Volatilität der Rohstoffpreise (Stahl- und Aluminiumpreise können je nach globaler Nachfrage schwanken) und die Beschichtungskosten (BPA-freie Alternativen können teurer sein) mit ein. Berücksichtigen Sie auch die Nachnutzung: Aluminiumdosen erzielen beispielsweise oft einen höheren Schrottwert.
  • Produktion & Vertragsgestaltung: Ihre Verpackungsstrategie sollte die Versorgungssicherheit gewährleisten. Schließen Sie mehrjährige Verträge mit großen Dosenherstellern (z. B. Ardagh, Ball, Crown usw.) ab, um Kapazitäten und Mengenrabatte zu sichern. Bewerten Sie Partner hinsichtlich Lieferzeiten, Qualitätskontrolle (Markengrafiken sind für das Marketing entscheidend) und geografischer Nähe (lokale EU-Lieferanten können Transportemissionen senken). Ziehen Sie auch die Einbindung einer externen Herstellerverantwortungsorganisation (PRO) für die erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) in Betracht. Wenn Ihre Marke in neue EU-Märkte expandiert, stellen Sie sicher, dass jede nationale PRO Sie abdeckt. Verhandeln Sie Verpackungsbeschaffungsverträge, die ausdrücklich Bestimmungen zur Compliance-Unterstützung (z. B. Aktualisierung von Materialien bei Gesetzesänderungen) und zum Datenaustausch enthalten, da die PPWR schnelle Datenaktualisierungen erfordern wird.
  • Verpackungssystem: Betrachten Sie über die Dose hinaus auch die Sekundär- und Tertiärverpackungen. Beispielsweise sollten Versandkartons die richtige Größe haben (PPWR erlaubt maximal 40 % Leerraum)[20]. Wenn Sie Multipacks oder Trays verwenden, gestalten Sie diese so, dass Abfall minimiert wird. Wiederverwendbare Kisten oder Paletten können im Rahmen der Wiederverwendungsanreize der PPWR geprüft werden – große Marken könnten gemeinsam mit Einzelhändlern Pilotprojekte mit Mehrwegbehältern durchführen (die PPWR strebt bis 2030 eine Wiederverwendungsquote von 10 % an).

Erstellen Sie bei der Bewertung eine Vergleichsmatrix der Verpackungsoptionen. Berücksichtigen Sie Faktoren wie Materialgewicht (kg pro Dose), Kosten pro Tausend Stück, Recyclingfähigkeit (ja/nein und Recyclingquote), erforderliche Designänderungen, Standort des Lieferanten, aktuelle EPR-Kosten (€/Tonne) und so weiter. Nutzen Sie diese, um die Alternativen zu bewerten. Wenn beispielsweise der Wechsel von Stahl- zu Aluminiumdosen eine Gewichtsersparnis von 25 % (und damit niedrigere EPR-Gebühren) bringt, aber die Materialkosten um 10 % erhöht, sollte der Nettoeffekt auf die Margen abgewogen werden. Berücksichtigen Sie auch den Zeitrahmen: Wenn Ihre große Marke bereits Stahldosen von einem qualifizierten Lieferanten verwendet, ist eine kleine Designanpassung (Wechsel der Beschichtung) möglicherweise einfacher als ein vollständiger Materialwechsel.

Tabellen oder Scorecards können dabei helfen: zum Beispiel eine Tabelle, in der Stahl, Aluminium, Glas und Kunststoff (als hypothetische Alternativen) hinsichtlich der wichtigsten Eigenschaften gegenübergestellt werden (siehe Tabelle 2). Glas und Kunststoff stehen bei Konserven im Allgemeinen nicht im Vordergrund, aber Alternativen könnten retortierbare Beutel sein – was hier jedoch eher unwahrscheinlich ist. Der Schwerpunkt liegt auf dem Vergleich von Stahl und Aluminium, wobei möglicherweise auch Mehrschichtkartons (z. B. aseptische Kartons) als Alternative mit geringer Wahrscheinlichkeit erwähnt werden.

Merkmal Stahl-Dose Aluminiumdose Glasflasche (Ref.)
Typische Kosten Niedrig ($/Dose), stabil Höher ($/Dose) Hoch; zerbrechlich, schwer
Gewicht (Verpackung) Hoch (stabil, dick) Niedrig (dünne Wände) Sehr hoch
Haltbarkeit Ausgezeichnet, verbeulungsfest Gut, verbeulbar Schlecht, Bruchgefahr
Recycelbarkeit Ausgezeichnet (80 %+ EU) Ausgezeichnet (75 %+ EU) Gut (energiearmes Recycling)
Einschränkungen Erfordert BPA-freie Beschichtung (bis 2026)[7] Üblich bei Getränken; kann mit Klarlack versehen werden In der Regel höhere Transportkosten
Anwendungsfall Gemüse-, Fleisch- und Fischkonserven Einige Lebensmittel, beliebt für Getränke Speziallebensmittel; hoher wahrgenommener Wert

Ref: Online-Leitfäden zu Metallverpackungen, Branchendaten.

Verwenden Sie dieses Entscheidungsschema, um Ihre Optionen hinsichtlich „Compliance-Risiko“ (erfüllt/nicht erfüllt für jede PPWR-Vorgabe) und „Geschäftskriterien“ (Kosten, Aussehen, Gewicht) zu bewerten.

Digitale Kennzeichnung & Datenbereitschaft GS1

2D-Codes Neue EU-Vorschriften verlangen bis 2027 zweidimensionale Barcodes (QR/DataMatrix) auf Verpackungen[3]. Diese GS1-2D-Barcodes dienen als digitale Etiketten, die maschinenlesbare Informationen über die Verpackung enthalten. Gemäß der PPWR muss der QR-Code auf jeder Verpackung mit Daten wie Materialzusammensetzung, Recyclinggrad, Anweisungen zum Nachfüllen/Wiederverwenden und dem Anteil an recyceltem Polymer verknüpft sein[3]. In der Praxis sollten Konservenhersteller darauf vorbereitet sein, einen GS1 Digital Link QR-Code oder DataMatrix auf jede Dose (oder jede Sammelpackung) zu drucken oder anzubringen. Dadurch können die Scanner der Einzelhändler und die Apps der Verbraucher detaillierte Informationen lesen, die über den alten EAN-Barcode hinausgehen.

Wichtige Punkte zu 2D-Codes:
– Die EU richtet sich nach der „Sunrise 2027“-Initiative von GS1, was bedeutet, dass bis Ende 2027 alle Kassensysteme in Europa 2D-GTIN-Codes lesen können müssen[14]. Nach 2028 könnten Marken auf Wunsch vollständig auf 2D-Codes umstellen. 1D-Barcodes bleiben jedoch weiterhin gültig, da während der Übergangsphase eine doppelte Codierung zulässig ist[14]. Zusammenfassend lässt sich sagen: Planen Sie die Einführung von GS1 DataMatrix (quadratisch) oder QR-Codes bis spätestens Januar 2028 ein.
Vorteile: 2D-Codes enthalten weitaus mehr Daten (Chargennummern, Verfallsdatum usw.)[19]. Dies erhöht die Transparenz in der Lieferkette (schnellere Rückrufe bei Bedarf) und die Kundenbindung (Code scannen, um Recycling-Tipps oder Herkunftsangaben zu sehen). Es knüpft zudem an das zukünftige Konzept des „Digital Product Passport“ an und verbessert die Abfallsortierung sowie die Kreislaufwirtschaft.
Umsetzung: Das Einbetten von 2D-Codes auf Metalloberflächen erfordert kontrastreichen, hochauflösenden Druck. Bei undurchsichtigen Dosen können 2D-Codes direkt (z. B. mit Continuous-Inkjet) in Schwarz auf das Metall gedruckt werden. Bei transparenten Schrumpfetiketten oder Verschlusskappen muss der Code einen weißen Hintergrund haben (wie Beispiele aus der Lebensmittelindustrie zeigen)[18]. Technische Optionen abwägen: Einige Drucker haben Schwierigkeiten mit der 2D-Punktdichte, testen Sie daher die Druckvorlage mit Ihrem Lieferanten. (Auf Hochgeschwindigkeitslinien können Continuous-Inkjet- oder Laserdrucker GS1-2D gut verarbeiten, wie Branchenquellen anmerken.)[17]
Datenmanagement: Parallel dazu müssen Sie die IT-Systeme auf die erforderlichen Verpackungsdaten vorbereiten. Die EU-Behörden erwarten präzise Daten zu jeder Verpackungs-SKU (tatsächlich warnt ein Leitfaden, dass für ein einzelnes Produkt mit 8 Komponenten möglicherweise 200 Datenpunkte gemeldet werden müssen)[16]. Beginnen Sie damit, Ihre Verpackungskomponenten (Primärdose, Deckel, Etikett, Karton, Palette usw.) zu katalogisieren und festzulegen, wer die einzelnen Datenfelder bereitstellt. Beispielsweise sollte ein Dosenlieferant das Materialgewicht, die Kunststoffart und die Zusammensetzung der Beschichtung angeben. Ein Verpackungsdesigner sollte Recyclingfähigkeitsstufen gemäß den vorläufigen Kriterien zuweisen. Solche Daten werden voraussichtlich jährlich an nationale Systeme übermittelt (einige Länder verfügen bereits über EPR-Datenportale). Wenn Sie dies frühzeitig richtig angehen (bevor der Durchführungsrechtsakt zur PPWR endgültig verabschiedet ist), verringern Sie das Risiko von Last-Minute-Änderungen[15].

Umsetzungsfahrplan

Jetzt ist es an der Zeit zu planen. Nachstehend finden Sie einen groben Zeitplan als Leitfaden für die Umsetzung Ihrer Verpackungsstrategie für 2026 (Tabelle 2). Jeder Eintrag kann in einzelne Projektaufgaben unterteilt werden:

Tabelle 2. Zeitplan und Aktionsplan für die Einhaltung der EU-Verpackungsvorschriften (Konserven)

Datum/Zeitraum Maßnahmen und Verpflichtungen Referenzen
2024–1. Halbjahr 2025 – Durchführung eines Verpackungsaudits: Auflistung aller Dosen-SKUs, Gewichte, Materialien (einschließlich Druckfarben, Beschichtungen).
– Einbindung der Lieferanten: Überprüfung, ob diese EU-Konformitätserklärungen, PFAS-freie Zertifikate und BPA-freie Übergangspläne bereitstellen.
– Beginn der PPWR-Folgenabschätzung (Ermittlung des Bedarfs an Neugestaltung)[10].
März 2025 EU-PPWR tritt in Kraft (11. Februar 2025) – Beginn der formellen Vorbereitungen[11]. [11]
2025 (bis) – Festlegung der Rollen in der Lieferkette: Registrierung als „Hersteller“ für jedes EU-Land (über PRO oder nationale Systeme).
– Einrichtung der Datenverfolgung: Software/Tabellen für Verpackungsgewichte nach Kategorien.
– F&E: Entwicklung BPA-freier Innenbeschichtungen, falls erforderlich (Frist Mitte 2026)[7].
[15][7]
12. August 2026 Einhaltung der PPWR-Vorschriften erforderlich. Alle neuen Verpackungen, die in der EU in Verkehr gebracht werden, müssen den Vorschriften entsprechen.
– Eintragung in das Herstellerregister jedes Mitgliedstaats und Einreichung der Verpackungsdaten für 2025 gemäß den Anforderungen[6][15].
– Beginn der Zahlung von EPR-Gebühren auf Basis der gemeldeten Mengen.
– Das BPA-Verbot tritt in Kraft (20. Juli 2026), was bedeutet, dass für nach diesem Datum verpackte Konserven konforme Beschichtungen verwendet werden müssen[7].
[6][7]
Ende 2026 – Aktualisierung der Druckvorlagen vorbereiten: Designelemente für QR-/2D-Codes hinzufügen.
– 2D-Codes auf Musterdosen testweise drucken, um die Lesbarkeit zu überprüfen (Überwachung im Einzelhandel).
– Mitarbeiterschulungen zu neuen Compliance-Aufgaben organisieren (Datenaktualisierungen, Kennzeichnungsprüfungen).
1. Januar 2027 Alle POS-Systeme in der EU müssen 2D-GTINs lesen können; stellen Sie daher sicher, dass Ihre Codes bei realen Scans funktionsfähig sind[14]. (1D-Barcodes sind weiterhin zulässig, testen Sie jedoch vorrangig 2D-Codes.) [14]
2027 – Führen Sie die obligatorische digitale Kennzeichnung ein: Drucken Sie GS1 DataMatrix-/QR-Codes mit den erforderlichen Informationen (Materialien, Recyclingfähigkeit usw.) auf die Verpackungen[3].
– Aktualisieren Sie die Produktdatenblätter und fügen Sie QR-Link-Informationen hinzu.
– Setzen Sie die Datenmeldung fort (übermitteln Sie die Mengen für 2026).
[3]
2028 – EU-weit harmonisierte Recycling-Kennzeichnungen und Kriterien für recyclinggerechtes Design treten in Kraft[13]. Stellen Sie sicher, dass Ihre Druckvorlagen das neue EU-Recycling-Piktogramm enthalten.
– Die verlängerte Frist (Januar 2028) für die Einhaltung der BPA-Freiheit bei bestimmten Lebensmittelverpackungen läuft ab[7].
[13][7]
2030 und darüber hinaus – Verpackungen müssen bis 2030 eine Recyclingfähigkeit von mindestens 70 % (Klasse C) erreichen und bis 2038 auf 80–95 % (Klassen B/A) steigen[12]. (Planen Sie bei Bedarf schrittweise Verbesserungen.)
– Bereiten Sie sich auf einen Mindestanteil an recyceltem Material in Kunststoffen (10–35 %) bis 2030–35 vor (wie von der PPWR für Kunststoffe vorgeschrieben, gilt jedoch nicht für Metall).
[12]

Diese Roadmap sollte zur Festlegung von Projektmeilensteinen herangezogen werden. Die wichtigsten unmittelbaren Schritte sind: (a) Überprüfung und Dokumentation Ihres aktuellen Verpackungsportfolios (Gewichte, Komponenten, Lieferanten); (b) Behebung etwaiger Verstöße (z. B. Austausch verbotener Materialien); und (c) Aufrüstung der Daten-/IT-Systeme zur Erfassung und Übermittlung von Verpackungskennzahlen. Warten Sie nicht bis Mitte 2026 – Vorlaufzeiten für neue Dosendesigns oder Drucker-Upgrades (für 2D-Codes) können mehrere Monate betragen.

Wichtige Erkenntnisse

  • Planen Sie jetzt für die PPWR: Ab dem 12. August 2026 gelten neue EU-Verpackungsvorschriften[11]. Stellen Sie sicher, dass Dosenverpackungen leicht sind, einen Hohlraumanteil von ≤50 % (Kartons) aufweisen und von Grund auf vollständig recycelbar sind[10][9].
  • Konformitätsdokumentation: Besorgen Sie sich für jeden Dosentyp eine EU-Konformitätserklärung und bewahren Sie technische Unterlagen (Materialien, Prüfungen) mindestens 5 Jahre lang auf[8]. Fordern Sie Lieferantenerklärungen (PFAS-frei, BPA-frei) an, um diese Unterlagen zu vervollständigen.
  • Materialsicherheit: Die EU verbietet BPA in Beschichtungen mit Lebensmittelkontakt (Juli 2026)[7] und PFAS in jeglicher Verpackung mit Lebensmittelkontakt (August 2026)[6]. Stellen Sie sicher, dass alle Dosenauskleidungen und Druckfarben den Vorschriften entsprechen. Nutzen Sie dies als Gelegenheit, um mit „BPA-frei“-Labels zu werben.
  • Vorteil der Recyclingfähigkeit: Metalldosen sind bereits in hohem Maße recycelbar (Stahl ~80,5 %, Aluminium ~76 %)[5][4]. Heben Sie dies im Marketing hervor und nutzen Sie es, um Rabatte auf EPR-Gebühren auszuhandeln (einige PROs staffeln die Gebühren nach Nachhaltigkeitsfaktoren).
  • Erweiterte Herstellerverantwortung: Registrieren Sie sich in jedem relevanten EU-Land und bereiten Sie sich darauf vor, die Verpackungsmengen und den Materialmix für 2026 zu melden. Arbeiten Sie mit einer PRO zusammen, um diese Daten einzureichen. Gutes Design (leichter, aus einem einzigen Material) kann zukünftige EPR-Gebühren senken.
  • Digitale Kennzeichnung: Bis 2027 müssen alle Verpackungen mit einem GS1-2D-Data-Matrix- oder QR-Code versehen sein, der Angaben zur Zusammensetzung und zum Recycling enthält[3]. Beginnen Sie jetzt mit der Codierung Ihrer Dosen. 2D-Codes verbessern zudem die Rückverfolgbarkeit in der Lieferkette und ermöglichen „digitale Produktpässe“.
  • Partnerschaften mit Lieferanten: Wählen Sie Verpackungslieferanten, die bereit sind, die Daten- und Kennzeichnungsanforderungen der PPWR zu erfüllen. Das Versäumnis, Recyclingfähigkeitsklassen, Zertifikate über den Recyclinganteil oder eine gültige Konformitätserklärung vorzulegen, wird Ihr Unternehmen Geld kosten[2][1].
  • Aktionscheckliste: Bilden Sie ein funktionsübergreifendes Team (Einkauf, F&E, Compliance), um folgende Aufgaben abzuarbeiten: Überprüfen Sie bestehende Dosen; schulen Sie Mitarbeiter zu PPWR; aktualisieren Sie Einkaufsverträge; testen Sie 2D-Drucker; planen Sie die Überarbeitung von Druckvorlagen; führen Sie Pilotprojekte mit recycelbaren Verpackungen durch. Nutzen Sie unsere Implementierungs-Roadmap (Tabelle 2) als Zeitplan.

Referenzen

[1]. What PPWR & EPR Mean for Packaging Suppliers | Compliance Guide 2026 | Circulate – https://circulatepack.com/knowledge-hub/ppwr-epr-for-suppliers#:~:text=If%20you%20don%27t%20provide

[2]. What PPWR & EPR Mean for Packaging Suppliers | Compliance Guide 2026 | Circulate – https://circulatepack.com/knowledge-hub/ppwr-epr-for-suppliers#:~:text=Recyclability%20grade

[3]. PPWR 2026 Deadline: EU Packaging Compliance Guide | Topcentral – https://www.itopcentral.com/ppwr-2026-deadline-act-now-or-lose-eu-access/#:~:text=Digital%20Labelling%20%E2%80%94%20QR%20codes,to%20accommodate%20digital%20data%20carriers

[4]. Aluminium Europe and Metal Packaging Europe report 76% recycling rate for aluminium cans | Article | Packaging Europe – https://packagingeurope.com/news/aluminium-europe-and-metal-packaging-europe-report-76-recycling-rate-for-aluminium-cans/13934.article#:~:text=European%20Aluminium%20,7%20million%20tonnes%20of%20CO2

[5] www.letsrecycle.com – https://www.letsrecycle.com/news/80-5-of-eu-steel-packaging-recycled-in-2022/#:~:text=New%20figures%20published%20by%20Steel,was%20%E2%80%9Creally%20recycled%E2%80%9D%20in%202022

[6]. PPWR 2026 Deadline: EU Packaging Compliance Guide | Topcentral – https://www.itopcentral.com/ppwr-2026-deadline-act-now-or-lose-eu-access/#:~:text=The%20PPWR%20entered%20into%20force,and%20enforceable%20across%20the%20EU

[7]. Ban on bisphenol A (BPA) in food packaging AGRINFO Platform – https://agrinfo.eu/book-of-reports/ban-on-bisphenol-a-bpa-in-food-packaging/#:~:text=Ban%20on%20BPA%20and%20requirements,for%20hazardous%20bisphenols

[8] eur-lex.europa.eu – https://eur-lex.europa.eu/legal-content/AUTO/?qid=1762126334157&rid=1&uri=CELEX%3A32025R0040#:~:text=1,to%2012%20has%20been%20demonstrated

[9] eur-lex.europa.eu – https://eur-lex.europa.eu/legal-content/AUTO/?uri=LEGISSUM%3A4806724#:~:text=%2A%20achieve%20a%2065%20,they%20already%20reach%20a%20high

[10] eur-lex.europa.eu – https://eur-lex.europa.eu/legal-content/AUTO/?uri=LEGISSUM%3A4806724#:~:text=,by%20design%20rights%20or%20trademarks

[11] eur-lex.europa.eu – https://eur-lex.europa.eu/legal-content/AUTO/?uri=LEGISSUM%3A4806724#:~:text=FROM%20WHEN%20DOES%20THE%20REGULATION,APPLY

[12] www.letsrecycle.com – https://www.letsrecycle.com/news/80-5-of-eu-steel-packaging-recycled-in-2022/#:~:text=%E2%80%9CThe%20three%20grades%20of%20defined,%E2%80%9D

[13]. PPWR 2026 Deadline: EU Packaging Compliance Guide | Topcentral – https://www.itopcentral.com/ppwr-2026-deadline-act-now-or-lose-eu-access/#:~:text=2028

[14] 2D Migration, also known as GS1 Sunrise 2027: The facts about printing 2D codes efficiently and with value – Connecting the world of food packaging – https://foodpackagingnetwork.com/2d-migration-also-known-as-gs1-sunrise-2027-the-facts-about-printing-2d-codes-efficiently-and-with-value/#:~:text=Regulations%20and%20Timelines%3A%20clarity%20is,1D%20barcodes%20and%202D%20codes

[15]. PPWR 2026 Understanding the Implementing Act – Reverse Logistics Group – https://rev-log.com/ppwr-2026-understanding-the-implementing-act/#:~:text=Why%20February%202026%20Matters

[16]. What PPWR & EPR Mean for Packaging Suppliers | Compliance Guide 2026 | Circulate – https://circulatepack.com/knowledge-hub/ppwr-epr-for-suppliers#:~:text=See%20the%20Data%20Behind%20One,Product

[17] 2D Migration, also known as GS1 Sunrise 2027: The facts about printing 2D codes efficiently and with value – Connecting the world of food packaging – https://foodpackagingnetwork.com/2d-migration-also-known-as-gs1-sunrise-2027-the-facts-about-printing-2d-codes-efficiently-and-with-value/#:~:text=2D%20barcodes%20are%20made%20up,however%2C%20fills%20the%20module%20completely

[18] 2D Migration, also known as GS1 Sunrise 2027: The facts about printing 2D codes efficiently and with value – Connecting the world of food packaging – https://foodpackagingnetwork.com/2d-migration-also-known-as-gs1-sunrise-2027-the-facts-about-printing-2d-codes-efficiently-and-with-value/#:~:text=For%20direct%20printing%20on%20transparent,the%20GS1%20DataMatrix%20code%20itself

[19] 2D Migration, also known as GS1 Sunrise 2027: The facts about printing 2D codes efficiently and with value – Connecting the world of food packaging – https://foodpackagingnetwork.com/2d-migration-also-known-as-gs1-sunrise-2027-the-facts-about-printing-2d-codes-efficiently-and-with-value/#:~:text=Traditional%201D%20barcodes%20have%20been,to%20scan%20from%20any%20angle

[20]. PPWR 2026 Deadline: EU Packaging Compliance Guide | Topcentral – https://www.itopcentral.com/ppwr-2026-deadline-act-now-or-lose-eu-access/#:~:text=Obligation%202%20%E2%80%94%20Packaging%20Design,Void%20Fill

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