Neuer Bericht zeigt Wege zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft bei flexiblen Verpackungen auf

Nachrichten, Sustainability | By: AkvaProfit Team
Veröffentlichungsdatum: Juni 26, 2026

Die „Alliance to End Plastic Waste“ hat einen Bericht veröffentlicht, in dem die technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für den Aufbau einer Anlage zum fortschrittlichen mechanischen Recycling von flexiblen Kunststoffen mit einer Kapazität von 50.000 Tonnen pro Jahr detailliert dargelegt werden. Unter dem Titel „The Quest for Quality: Scaling Advanced Mechanical Recycling to Meet Recycled Content Targets for Flexibles“ (Das Streben nach Qualität: Ausweitung des fortschrittlichen mechanischen Recyclings zur Erreichung der Recyclinganteilsziele für flexible Kunststoffe) skizziert der Bericht die wesentlichen Voraussetzungen für die kommerzielle Skalierung und legt dabei den Schwerpunkt auf die Herstellung hochwertiger Rezyklate aus gebrauchten flexiblen Haushaltskunststoffen.

Der Bericht identifiziert systemische Rahmenbedingungen wie robuste Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR), gesetzlich vorgeschriebene Zielvorgaben für den Recyclinganteil und vergünstigte Finanzmittel als entscheidend für die Förderung eines marktorientierten Ansatzes, der auf hochwertige Rezyklate ausgerichtet ist. Diese Initiative baut auf Erkenntnissen aus dem ValueFlex-Projekt auf, dessen Ziel die Entwicklung einer kommerziell tragfähigen Recyclinglösung für flexible Kunststoffverpackungsabfälle aus Privathaushalten war; die Anlage wurde jedoch aufgrund sich verändernder makroökonomischer und politischer Rahmenbedingungen nicht errichtet.

Wichtige Ergebnisse zeigen, dass flexible Haushaltskunststoffe aus dem Endverbraucherbereich in Recyclate umgewandelt werden können, die sich zu über 30 % für anspruchsvolle Anwendungen wie Schrumpffolien und Beutel eignen. Fortschrittliche Technologien wie sensorgestützte Sortierung und Heißwäsche sind entscheidend für das Erreichen dieser Ergebnisse. Der Bericht stellt zudem fest, dass chemisches Recycling zwar das fortschrittliche mechanische Recycling ergänzt, beide Verfahren jedoch auf unterschiedliche Fraktionen des Abfallstroms flexibler Verpackungen abzielen.

Um hochwertige Rezyklate herzustellen, plädiert der Bericht für einen Wandel in der Betriebsphilosophie der Recyclingunternehmen und fordert diese nachdrücklich auf, den Marktbedarf an Premium-Rezyklaten gegenüber traditionellen kostengünstigen Verarbeitungsmethoden Vorrang einzuräumen. Die Allianz betont, wie wichtig es ist, EPR-Richtlinien zu nutzen, um die wirtschaftliche Lücke zwischen hochwertigem Recycling und Neu-Kunststoffen zu schließen, und gleichzeitig Zielvorgaben für den Recyclinganteil festzulegen, um die Nachfrage anzukurbeln.

Darüber hinaus schlägt der Bericht vor, dass Betreiber bestehende Anlagen ausbauen und die Sortieraufgaben an zentralisierte Kunststoffrückgewinnungsanlagen (PRFs) verlagern sollten, um ein nachhaltiges Geschäftsmodell zu schaffen.

In diesem Zusammenhang hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) „Novel Technology Numbers“ (NTNs) für 24 neue Technologien veröffentlicht, darunter solche, die darauf abzielen, schwer recycelbare Polyolefine in Materialien für den Lebensmittelkontakt umzuwandeln, und dabei die Notwendigkeit infrastruktureller Fortschritte zur Unterstützung dieser Innovationen hervorgehoben. Da sich Marken und Verpackungshersteller auf die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) vorbereiten, die bis 2030 einen Anteil von 35 % an recycelten Post-Consumer-Materialien in Non-Food-Verpackungen vorschreibt, sind die Ergebnisse dieses Berichts aktuell und von entscheidender Bedeutung für die Akteure der Branche.

Warenkorb