Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit der Nachhaltigkeit von Verpackungen überwinden

Nachrichten, Sustainability | By: AkvaProfit Team
Veröffentlichungsdatum: Juni 10, 2026

Nachhaltigkeit beeinflusst zunehmend Beschaffungsentscheidungen in verschiedenen Branchen, darunter Facility Management, Gastgewerbe, Gesundheitswesen und Bildungswesen. Einkäufer stehen unter zunehmendem Druck, Abfall zu reduzieren und echte Fortschritte im Umweltschutz nachzuweisen. Die Herausforderung liegt jedoch in der wachsenden Diskrepanz zwischen Nachhaltigkeitsversprechen und tatsächlichen Ergebnissen.

Viele Produkte werden als recycelbar, biologisch abbaubar oder umweltfreundlich vermarktet, doch diese Behauptungen halten in der Praxis oft nicht stand. So kann ein Produkt zwar technisch recycelbar sein, wird aber möglicherweise aufgrund unzureichender Entsorgungsinfrastruktur oder Verunreinigungen durch Lebensmittelreste nicht recycelt. Der „Green Claims Code“ der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde hat die Erwartungen an das Umweltmarketing erhöht, während die Gesetzgebung zur erweiterten Herstellerverantwortung die Hersteller dazu verpflichtet, die Verantwortung für Verpackungsabfälle zu übernehmen.

Trotz einer gemeldeten Recyclingquote von 64,1 % für Verpackungsabfälle im Vereinigten Königreich im Jahr 2024 variiert die Wirksamkeit des Recyclings je nach Material erheblich. Papier und Pappe erreichen höhere Recyclingquoten, während Kunststoffe größere Herausforderungen darstellen. Diese Uneinheitlichkeit verdeutlicht die Kluft zwischen dem, wofür Verpackungen konzipiert sind, und ihrer tatsächlichen Leistung nach der Entsorgung.

Einkäufer sind aufgefordert, über oberflächliche Nachhaltigkeitsangaben hinauszuschauen. Ein Produkt mag zwar recycelte Materialien enthalten oder weniger Kunststoff verwenden, doch ohne Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus – einschließlich Herstellung, Transport und Entsorgung – bleibt die umfassendere Umweltbelastung unklar. Insbesondere in der Reinigungs- und Hygieneindustrie mangelt es an einheitlicher Umweltterminologie, was Beschaffungsentscheidungen erschwert.

Um Beschaffungsprozesse zu verbessern, sollten Einkäufer von Lieferanten klare Nachweise verlangen, darunter unabhängig überprüfte Zertifizierungen, Leitlinien zur Recyclingfähigkeit und Lebenszyklusdaten, die reale Bedingungen widerspiegeln. Rahmenwerke wie das EU-Umweltzeichen und Cradle to Cradle können dabei helfen, Produkte anhand anerkannter Standards zu bewerten.

Darüber hinaus müssen Lieferanten transparente Entsorgungshinweise und Daten darüber bereitstellen, wie sich Verpackungen in bestehenden Abfallsystemen verhalten. Beschaffungsteams sollten vor der Freigabe von Produkten auch prüfen, ob Verpackungen im Rahmen bestehender Abfallverträge effektiv verarbeitet werden können.

Da Beschaffungsentscheidungen zunehmend die Lieferketten und die Umweltbilanz beeinflussen, ist es für die Teams entscheidend, die Kluft zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Nachhaltigkeit zu erkennen. Echter Fortschritt erfordert das Stellen kritischer Fragen und das Hinterfragen vager Behauptungen, um sicherzustellen, dass Verpackungen die erwarteten Umweltvorteile liefern.

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