Italien schlägt Ausnahmeregelung für kompostierbare Verpackungen im Rahmen neuer EU-Verordnungen vor

Nachrichten, Regulations | By: AkvaProfit Team
Veröffentlichungsdatum: April 10, 2026

Das italienische Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit hat bei der Europäischen Kommission einen Vorschlag eingereicht, mit dem es um regulatorische Flexibilität im Rahmen der Verpackungsverordnung (PPWR) ersucht. Der Entwurf zielt darauf ab, die begrenzte Verwendung von Einwegartikeln aus zertifizierten kompostierbaren Materialien zu ermöglichen und damit die bestehenden Beschränkungen gemäß dem Gesetzesdekret Nr. 152 vom 3. April 2006 zu ändern.

Die aktuellen PPWR-Vorschriften schreiben ab dem 12. Februar 2028 die Verwendung kompostierbarer Kunststoffe für bestimmte Anwendungen vor, wie beispielsweise Teebeutel und Kaffeekapseln. Strengere Maßnahmen treten am 1. Januar 2030 in Kraft und verbieten verschiedene Einwegverpackungsformate, die als unnötig erachtet werden, darunter solche für vorverpackte Frischprodukte unter 1,5 kg und Portionspackungen für Gewürze, die im Gastgewerbe verwendet werden.

Die vorgeschlagene Ausnahmeregelung würde es ermöglichen, dass diese Verpackungskategorien auf dem Markt verbleiben, sofern sie strenge Kriterien erfüllen, darunter die Zertifizierung als biologisch abbaubar und kompostierbar gemäß UNI EN 13432 oder gleichwertigen europäischen Normen. Diese Ausnahmeregelung würde leichte Produktverpackungen, Artikel für den Gastronomiebereich im HORECA-Sektor sowie Körperpflegeprodukte, die in Hotels verwendet werden, abdecken.

Darüber hinaus führt der Vorschlag Durchsetzungsmaßnahmen gegen irreführende Angaben ein, wobei bei falschen Angaben Strafen zwischen 2.500 € und 25.000 € verhängt werden können. Verstöße, bei denen das Verpackungsvolumen 10 % des Umsatzes eines Unternehmens übersteigt, können mit Geldbußen bis zum Vierfachen des Höchstbetrags geahndet werden.

Italiens Begründung für die Ausnahmeregelung ist sein robustes System zur Bewirtschaftung organischer Abfälle, das die Verarbeitung zertifizierter kompostierbarer Materialien durch anaerobe Vergärung und Kompostierung unterstützt. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Verunreinigung durch herkömmliche Kunststoffe zu minimieren und Abfälle in wertvolle agronomische Ressourcen umzuwandeln.

Die Resonanz der Branche war überwiegend positiv; European Bioplastics bezeichnete den Vorschlag als konstruktiven Schritt, der die regulatorische Klarheit verbessert. Die Gruppe betonte die Notwendigkeit klarer Regeln, insbesondere für Verpackungsarten, die schwer zu recyceln sind, und merkte an, dass die Ausnahmeregelung Investitionen und Innovationen im Bereich zertifizierter kompostierbarer Lösungen fördern könnte.

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