JRC veröffentlicht aktualisiertes Modell für Verpackungsmaterialien in Europa
Am 6. Juli 2026 stellte das Joint Research Centre (JRC) der Europäischen Kommission seine überarbeitete Methodik zur Schätzung von Verpackungsmaterialien in den EU-Mitgliedstaaten vor. Dieses Modell umfasst Verpackungen für Lebensmittel und Getränke sowie für Haushalts-, Körperpflege- und Tiernahrungsprodukte und deckt rund 75 % des europäischen Verbraucherverpackungsmarktes ab. Die Schätzungen beziehen sich auf 19 Mitgliedstaaten, die über 97 % der EU-Bevölkerung repräsentieren, für die Jahre 2011 bis 2025.
Der Bericht weist darauf hin, dass im Jahr 2024 etwa 42,8 Millionen Tonnen Verpackungen in den Markt eingeführt wurden. Glasverpackungen dominierten nach Masse und machten 32,3 Millionen Tonnen aus, gefolgt von Kunststoffen mit 5,9 Millionen Tonnen, Metallverpackungen mit 2,3 Millionen Tonnen und papierbasierten Verpackungen, einschließlich Getränkekartons, mit 2,1 Millionen Tonnen. Verpackungen aus Mischmaterialien stellten einen kleineren Anteil dar.
Während die Gesamtmenge der Verpackungen im Untersuchungszeitraum stabil blieb, verzeichneten Kunststoffverpackungen einen Anstieg um etwa 11 % in absoluten Zahlen, hauptsächlich bedingt durch das Wachstum von PET (polyethylenterephthalat)-Verpackungen. Der durchschnittliche Kunststoffverpackungsverbrauch lag in den untersuchten Ländern bei fast 14 kg pro Kopf und Jahr, wobei Mischmaterialien, die Kunststoff enthalten, nicht berücksichtigt sind.
Die Analyse zeigte erhebliche Unterschiede im Verpackungsverbrauch in Europa, wobei der Kunststoffverbrauch pro Kopf von etwa 8 kg in Schweden bis fast 16 kg in Deutschland reichte. Die Dominanz der Verpackungsmaterialien variierte je nach Land und Produktkategorie, wobei PET typischerweise 55 % der gesamten Kunststoffverpackungen nach Masse ausmachte, gefolgt von Polypropylen mit 39 %.
Der Bericht untersuchte auch mögliche Verschiebungen in der Nutzung von Verpackungsmaterialien bei Produkten wie Milch, abgefülltem Wasser, Säften und kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken. Auffällige Trends waren unter anderem ein Anstieg von PET bei abgefülltem Wasser in Italien und der Slowakei bei gleichzeitiger Abnahme von Glas, während in Bulgarien ein Anstieg der Glasnutzung gegenüber PET zu beobachten war. Diese Trends könnten veränderte Verbraucherpräferenzen widerspiegeln und nicht unbedingt gezielte Materialwechsel durch Hersteller.
Die Methodik des JRC zielt darauf ab, den Mitgliedstaaten bei der Meldung von Verpackungsabfallmengen in Übereinstimmung mit der EU-Gesetzgebung, einschließlich der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR), zu helfen. Darüber hinaus wird erwartet, dass der Datensatz Forschern dabei hilft, die Verteilung von food contact materials über verschiedene Produktkategorien und Länder zu verstehen und so zukünftige Bewertungen der chemischen Exposition durch Lebensmittelverpackungen zu erleichtern.
